Dienstag, 17.04.2007
"Waffenfreie Zonen" überdenken
Der erste der von mir regelmäßig besuchten Blogs nimmt zu dem Massaker Stellung, das sich an der Virginia Tech University ereignet hat und dem 33 Menschen zum Opfer fielen (Rational Mind):
- Wieviele Opfer müssen noch sterben bis die Menschen begreifen, dass waffenfreie Zonen keine so gute Idee sind.
Wie Newsmax berichtet hat republikanische Senator John McCain hat nach den tödlichen Schüssen von Virginia seine Auffassung bestätigt, dass die Verfassung das Recht garantiere, Waffen zu tragen. Man müsse nur sicherstellen, dass diese Art von Waffen nicht in die Hände von "schlechten Menschen" falle.
Focus Online zitiert den Direktor der Vereinigung ?Gun Owners of America? (Waffenbesitzer von Amerika), der sich ähnlich äußert wie der oben genannte Blogger:
- "Wann werden wir endlich begreifen, dass Wehrlosigkeit eine schlechte Verteidigung ist?"
Update: Der Blog Bissige Liberale kommentiert:
- Wenn privater Waffenbesitz an der Uni erlaubt gewesen wäre (was er offensichtlich nicht ist), hätte der Täter kaum von Zimmer zu Zimmer gehen und wehrlose Studenten massakrieren können. Irgendjemand hätte ihn gestoppt, im Klartext: Irgendwer hätte sich gewehrt und den Täter erschossen.
Anmerkung: Der Blogger liegt wohl richtig damit, dass die Studenten (und die Lehrenden) auf dem Campus keine Waffen tragen durften (auf National Review Online heißt es: Virginia Tech already has ample gun control and it didn?t stop the shooting. Other than police and members of the University?s ROTC program, nobody can even possess any weapons on the Virginia Tech campus already) Die Medien berichten lediglich darüber, wie "lax" das Waffenrecht in Virginia ist, nicht aber über den Umstand, dass dieses liberale Waffenrecht ihnen auf dem Campus gar nichts genützt hätte. Es herrschte eben genau der Zustand, der jetzt als Lösung des Problems angeboten wird - ein mehr oder weniger totales Verbot von Schusswaffen.
ROTC=Reserve Officers' Training Corps (Trainungsprogramm für zukünftige Offiziere der US-Armee)
Update: In einem Diskussionsforum fand ich den Text eines Autoaufklebers, der in den USA populär ist:
When guns are outlawed, only outlaws will have guns.
Nicholas Provenzo vom Blog Rule of Reason bemerkt die Kritik in Europa an der sog. "Waffenkultur" in Amerika und kontert:
- Die Opfer von Montag waren keine Opfer einer "Waffenkultur" - sie waren Opfer des direkten Gegenteils. Kein einziger Student oder irgendein Fakultätsmitglied besass die Mittel um zurückzuschlagen bei der Verteidigung seines Lebens.
Kommentare
Dirk am 17.04.2007 - 15:59
Barbarossa am 17.04.2007 - 16:58
Denn - gesetzestreue Bürger nutzen ihre Waffen auch nicht zum massakrieren ihrer Nachbarn, Kriminelle stört es hingegen wenig, ob Waffen verboten sind oder nicht. Man beraubt den gesetzestreuen Bürger lediglich seiner Selbstverteidigungsfähigkeit und verweigert ihm somit in letzter Konsequenz, sein Leben zu erhalten.
Jubal Harshaw am 17.04.2007 - 18:54
Handgranate 20-40?
Makarov 150-250?
AK47 450-600?
Scorpio um 1000?
Einzige Vorausetzung Vorkasse oder Barzahlung ;-)
Erforderliche Ausbildung: keine
Risiko: gering; Schnellfahrer und Falschparker beschäftigen die Polizei, machen keinen Ärger und bringen noch Geld ein.
Nötigung, Raub, Körperverletzung und Mord sind verboten(Schußwaffen auch). Dummerweise halten sich Kriminelle nicht an Gesetze. Für das Strafmaß ist es unerheblich, ob ich jemanden vergifte, ersteche oder erschieße.
Was bringen jetzt restriktive Waffengesetze?
Ich fühle mich allerdings wohler, wenn ich ein entsprechendes Abwehrmittel zur Hand habe. Dies ist ganz normale Vorsorge wie Sicherheitsgurt, ABS, usw im Auto, ein Helm beim Motorradfahren oder ein Feuerlöscher im Haus. Einmal ehrlich, wieviele haben soetwas schon gebraucht, also überflüssig?
Als friedfertiger (nicht friedlicher) Zeitgenosse bin ich mit Schußwaffe nicht riskanter als ohne und böse Buben halten sich sowieso nicht an Gesetze.
Bleiben Affekttaten: hier ist Tatmittel, was gerade zur Hand ist (Flasche, Bratpfanne, Küchenmesser, Schraubendreher, Hammer, Axt). Für Naivlinge: ein Stich ins Herz oder ein simpler Kugelschreiber im Kehlkopf sind nicht weniger tödlich als eine Kugel an der selben Stelle. Außerdem gibt es viele lausige Schützen und ein Schuß in die Extremitäten macht auch nicht mehr Aua als ein Stich.
Zusätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, daß gerade Schußwaffen (bei der nötigen Ausbildung) die Selbstkontrolle eher verstärken.
Insgesamt überwiegt für mich das positive beim Mitführen von Waffen.
Allerdings wäre ich gerne zu einigen Kompromissen bereit:
Waffenerwerb: für geschäftsfahige Bürger mit sauberer Weste erlaubt. Weitere Bedingung eine Aufbewahrung, die einen Zugriff Unbefugter ausschließt und eine Ausbildung in grundlegender Handhabung, Technik und Recht.
Waffen führen: Erweiterte Ausbildung, die in regelmäßigen Abständen (3-5 Jahre) wiederholt werden muß und eine Haftpflichtversicherung.
@Dirk
Ich besitze drei halbautomatische Büchsen, zwei halbautomatische Flinten, einige Repetiergewehre sowie Pistolen und Revolver. Ich hoffe, du kannst noch beruhigt schlafen ;-)
Im Rahmen meines Studiums habe ich zusätzlich gelernt, wie man Sprengstoffe, Giftgas und andere Widrigkeiten herstellen kann.
Bei meiner Arbeit hantiere ich auch noch mit diversen Giften, gentechnisch veränderten Organismen und radioktiven Stoffen :-)
In meiner Freizeit koche ich gerne selbst geschossenes. Zum Verbrauch der Kalorien trainiere ich Karate und asiatischen Waffenkampf (Schwert, Sai, Messer, Bo).
Soll ich mich aus dem öffentlichen Leben entfernen?
@ Barbarossa: Zustimmung